Kopfnoten in NRW:

Kopfnoten sind Schulnoten, die nicht die Leistung eines Schülers in einem Fach widerspiegeln, sondern Qualitäten wie zum Beispiel Mitarbeit, soziales Verhalten, oder aber auch Sorgfalt. Sie werden in der Regel vom Klassenlehrer vergeben. Für die Versetzung spielen sie jedoch keine Rolle. Viele Schüler sind gegen die Kopfnoten, da sie zum einen meinen, Lehrer seien nicht richtig für die Vergabe von Kopfnoten qualifiziert und sie zum anderen befürchten, dass die Kopfnoten Schüler zum „schleimen“ erziehen.
Kopfnoten waren früher auf jedem Zeugnis üblich, eure Eltern erinnern sich vielleicht noch daran. Sie standen früher oben auf dem Kopf des Zeugnisses, daher kommt auch ihr Name. In der ehemaligen DDR waren Kopfnoten ebenfalls auf jedem Zeugnis Gang und Gebe. Ende und der während der 70er Jahre wurden die Kopfnoten dann in vielen Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland, einschließlich Nordrhein-Westfalen, abgeschafft. In NRW wurden die Kopfnoten zum ersten Halbjahr des Schuljahres 2007/2008 von Schulministerin Barbara Sommer (CDU), auch unter Befürwortung von Elternverbänden, wieder eingeführt. Sie hatten das Ziel, SchülerInnen eine Rückmeldung zu geben, wie der Schüler menschlich gesehen eingeschätzt wird und sollten zudem einen disziplinarischen Effekt haben. Ursprünglich waren sechs Kopfnoten zu vergeben: Konfliktverhalten, Kooperationsfähigkeit, Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Zuverlässigkeit und Leistungsbereitschaft.

Das führte zu einer hitzigen Debatte über den Sinn und Unsinn von Kopfnoten an sich und über den enormen zusätzlichen Verwaltungsaufwand –schließlich mussten jedem Schüler an jeder Schule sechs zusätzliche Noten gegeben werden-. Es gab außerdem Kritik an den Kopfnoten, weil viele Schüler und Lehrer meinten, dass sich viele der Kopfnoten (zum Beispiel Leistungsbereitschaft und Kooperationsfähigkeit) inhaltlich überschnitten und somit nur schwer zu vergeben seien und Kopfnoten Schüler nur dazu erziehen würden, aus Angst vor schlechten Kopfnoten nicht selbst zu denken und sich nicht selbst einzubringen. Ein weiterer allgemeiner Kritikpunkt war, dass andere Kategorien nur schwer bis gar nicht von einem Lehrer zu benoten seien (z.B. Konfliktverhalten). Wegen den anhaltenden Protesten entschied sich die Schwarz-Gelbe Landesregierung, die Anzahl der Kopfnoten von sechs auf drei zu verringern, um „die Akzeptanz zu erhöhen“. Zufrieden sind die Lehrer und Schüler damit jedoch immer noch nicht.

Die Debatte um die Kopfnoten geht weiter.

Mehr Infos für euch:
Sehr ausführlicher Artikel über Kopfnoten früher und heute